Rauchen in der Schwangerschaft ist ein Risikofaktor fürs Kind
Wie das Fachblatt Deutsche Medizinische Wochenschrift 2008 (DMW) berichtet, neigen immer mehr junge Frauen dazu, sich für das Rauchen in der Schwangerschaft zu entscheiden. Besonders Frauen aus einem sozial‑ und bildungsschwachen Milieu bedenken nicht wie gefährlich das Rauchen für das Ungeborene ist. Sie charakterisiert ein niedriges Bildungsniveau und wenig rosige Zukunftsaussichten.
Die Folgen des Nikotins, bewirken eine Verengung der Blutgefäße. Damit geht eine Mangelversorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen, die das Kind dringend für eine normale Entwicklung benötigt, einher. Das Rauchen In der Schwangerschaft schadet dem Kind und führt zu mehr Fehl‑ und Frühgeburten.
Gefahr von Mangel‑ und Fehlgeburten steigt
Nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft werden 30 bis 40 Prozent aller Mangelgeburten und bis zu 14 Prozent aller Frühgeburten durch Rauchen in der Schwangerschaft verursacht. Wenn ein Baby zu klein ist, obwohl es nicht zu früh geboren wurde, spricht man von „Mangelgeburt“. Sie wiegen im Schnitt 200 bis 300 Gramm weniger als Neugeborene von Nichtraucherinnen. Selbst Fehlgeburten werden begünstigt.
Nach der Geburt besteht ein 50 prozentiges Risiko, dass das Kind am plötzlichen Kindstod stirbt. Dabei scheint auch Passivrauchen eine relevante Rolle zu spielen.
News.at berichtet, dass laut einer wissenschaftlichen Studie aus Schweden Passivrauchen in den ersten Lebensmonaten besonders gefährlich sei. Riedler, Leiter der Abteilung für Kinder‑ und Jugendheilkunde am Krankenhaus Schwarzach in Österreich: „Die Studie, an der mehr als 4.000 Familien mit Kindern teilnahmen, weist klar nach, dass bei Kindern, die in den ersten Lebensmonaten Passivrauchen ausgesetzt waren, eine erhöhte Sensibilisierung gegen Allergene besteht.“ Das wirke sich besonders förderliche für das Entstehen von inhalativen Allergien, zum Beispiel Tierhaar-Allergien, und von Nahrungsmittelallergien aus.
Zappelphilipp-Syndrom durch Rauchen in der Schwangerschaft
Rauchende Mütter können ihre Kinder in der Schwangerschaft auch psychisch schädigen. Ihre Kinder entwickeln viermal so häufig das Zappelphilipp-Syndrom wie die von nichtrauchenden Frauen. Zu diesem Ergebnis kam eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Studie aus dem Jahre 2004.
Zigarettenrauch enthält etwa 4.000 verschiedene giftige und 80 nachweislich karzinongene Substanzen, wie Arsen, Benzol, Blausäure, Blei, Kadmium, Kohlenmonoxyd und Teer.
Nach Meinung des Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder‑ und Jugendmedizin Hansjosef Böhles, sei Rauchen in der Schwangerschaft eine Form der Kindesmisshandlung.
Das Tabakblog berichtete bereits zu diesem Thema: Rauchen in der Schwangerschaft
Quellen: news.at, medizinauskunft.de, stern.de, gesundheit.de, Uni Bremen, raucherportal.de, geburtskanal.de, krebsgesellschaft.de, rauchfrei.de, ohnerauchen.de

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