26 Aug
Tabaksteuererhöhung
Die Zigarettenpreise steigen ab nächstem Monat um etwa 1,2 Cent pro Zigarette. Da die Schachteln mit nur noch 17 statt wie bisher 19 Zigaretten ausliefert werden, wird sich der Preis pro Schachtel verringern. Die deutsche Tabakwirtschaft befürchtet Absatz-Einbrüche.
Quelle: SPIEGEL ONLINE

In Deutschland sterben pro Jahr etwa 110.000 Menschen an den Folgen von Tabakgenuss, etwa 40.000 an den Folgen von Alkoholmissbrauch. Der Volkswirtschaftliche Schaden liegt durch den Tabak bei etwa 17,5 Mrd Euro, der durch den Alkohol bei etwa 20 Mrd Euro.
Es gibt mit Sicherheit ähnlich viele Personen, die sich an Betrunkenen in Lokalen und im Straßenverkehr stören, wie es Personen gibt, denen verqualmte Luft unangenehm ist.
Deshalb sollte bei einer Diskussion um Einschränkungen im Tabakgenuss oder gar dessen Verbot bedacht werden, daß als Konsequenz gleiches auch dem Alkoholgenuss entgegengesetzt werden muss.
Doch wenn es um Einschränkungen von Genüssen geht, die gefährlich für die Menschen selber oder ihre Umwelt sind, fällt plötzlich auf, daß sich hierbei sehr schwer eine Grenzlinie ziehen lässt. Denn nach dem Tabak und dem Alkohol folgt bald das Motoradfahren. Für fast alle Fahrer nur Genuß statt Nutzen, aber trotzdem gefährlich für die Fahrer und ihre Umgebung. Wo ist das Ende? Sollten wir das Bergsteigen untersagen? Das Sportauchen? Etwa gar Autos die schneller als 130km/h fahren können? Wo wird die Grenze gezogen?
Diese Frage MUSS sicher einjeder zuerst stellen, bevor er gegen eine Sache wie das Rauchen ins Feld zieht.
Quellen: Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung
http://www.bmgs.bund.de/download/broschueren/A600.pdf
http://www.bmgs.bund.de/deu/gra/aktuelles/pm/archiv/8313_8978.php
Laut den Hintergrund-Informationen der Deutschen Krebshilfe ist der volkswirtschaftliche Schaden durch Tabak sogar noch höher: „Rechnet man zusätzliche Lasten wie etwa den Ausfall von Arbeitskraft hinzu, entstehen dem Staat insgesamt Schäden in Höhe von bis zu 45 Milliarden Euro.“
Neuere Zahlen hat das deutschen Krebsforschungszentrums vorgestern veröffentlicht. Einer Pressemitteilung vom 29.08.2005 zufolge, verursacht Rauchen in Deutschland jährlich Kosten in Höhe von fast 30 Milliarden Euro.
Der durch Tabak verursachte Schaden scheint also den des Alkohols weit zu übertreffen.
Dass es etwa genauso viele Personen gibt, die sich an Betrunkenen in Lokalen stören, wie Personen, denen verqualmte Luft unangenehm ist, glaube ich nicht. Kannst du das belegen?
Richtig. Und das geschieht auch. Dass Alkohol ein großes gesellschaftliches Problem ist, ist schon lange bekannt. Der Staat hat den Alkoholgenuss beschränkt und reguliert weiter (z.B. Steuer auf Alko-Pops). Es gibt etliche Menschen und Organisationen, die sich mit der Alkoholproblematik befassen und Hilfe bieten, so z.B.:
Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen
A-Connext e.V.
Anonyme Alkoholiker
Leben ohne Alkohol
Ich kenne niemanden, der ein Tabakverbot fordert. Solche Menschen mag es geben, aber sie gehören glücklicherweise einer sehr kleinen Minderheit an. Bei der Diskussion um Rauchverbote geht es vor allem um Einschränkungen des Tabakrauchens in der Öffentlichkeit, also dort, wo andere Personen involviert sind. Und gerade hier unterscheidet sich der Alkohol‑ vom Tabakkonsum.
Der Unterschied wird an dem von dir gewählten Beispiel deutlich:
Ein Betrunkener im Lokal schadet mir nicht. Das, was er trinkt, muss ich nicht passivtrinken. Meine Kleidung und ich stinken auch nicht nach Alkohol, wenn ich ein Lokal verlasse, in dem sich ein Betrunkener aufgehalten hat.
Zudem gibt es in Lokalen weitaus mehr Raucher als Betrunkene.
Wie oft befinden sich Raucher in einem Lokal? – Fast immer.
Wie oft befinden sich Betrunkene in einem Lokal?
Wenn sich bei jedem Lokalbesuch am Nachbartisch Betrunkene befinden würden, dann müsste etwas geändert werden.
Nicht zu vergessen ist, dass ein Lokalbesitzer stark Betrunkene des Hauses verweisen wird.
Trunkenheit hat im Verkehr nichts zu suchen und ist deshalb auch verboten.
Ein weiterer Unterschied ist – wie oben geschildert – der volkswirtschaftlich Schaden. Der durch Tabak verursachte Schaden scheint den des Alkohols weit zu übertreffen.
Eigentlich geht es um eine Minimierung der Schäden durch bestimmte Genüsse, insbesondere wenn ein Genuss Dritten schadet.
Bergsteiger und Sporttaucher gefährden nur sich selber. Und wenn wir täglich 300 tote Bergsteiger oder Taucher hätten, dann müsste und würde sich etwas ändern. Zu schnelles Auto‑ und Motorradfahren gefährdet andere, weshalb es fast weltweit Geschwindigkeitsbegrenzungen gibt. Deutschland – mit seiner starken Automobillobby – ist hier eine Ausnahme. Nichtsdestotrotz gibt es auch bei uns immer wieder Rufe nach Geschwindigkeitsbeschänkungen. So fordern beispielsweise die Grünen ein Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen.
Sobald sich größere Bevölkerungsteile durch die Ausübung von Tätigkeiten anderer Personen belästigt fühlen oder dadurch gar geschädigt werden, dann sollte man sich überlegen, ob nicht etwas geändert werden muss. Und genau das ist auch der Fall – egal ob beim Rasen oder Tabakrauchen.
Jeder sollte das machen dürfen was er will (z.B.rauchen) Dieser beschissene Staat zockt außer den Arbeitern, den Rentnern auch die Raucher ab.
Richtig. Das ist allerdings derzeit nicht der Fall. Wer ausgeht (Lokal, Cafe, Diskothek ect.), kann nicht nichtrauchen – er muss den Rauch mitrauchen.
Wie oben bereits geschrieben, werden Raucher nicht „abgezockt“. Sie müssen die von ihnen erzeugten Kosten mitbezahlen. Da die staatlichen Einnahmen durch die Tabaksteuer die von Rauchern erzeugten Kosten nicht kompensieren, werden weitere Geldmittel benötigt. Diese stammen auch von Nichtrauchern. Von einer Abzocke des Staates kann also keine Rede sein.
Hallo,
ich betreibe ein Forum zu Suchterkrankungen.
Daher weiß ich, dass nicht teuere Suchtmittel zur Einsicht führen, sondern Aufklärung.
Das mit den mehr Steuern halte ich auch nur für Abzocke und Ausntzung des Staates von Menschen, die wegen ihrer Sucht immer weiter rauchen werden.
Es ist doch sehr auffällig, dass alles was gebraucht wird oder zwangsverordnet wird, wie Benzin, öffentliche Verkehrsmittel und bei Zwangsverordnungen zum Beispiel die GEZ, teuer wird.
Was nicht unbedingt gebraucht wird, wie Reisen, Luxusartikel oder jedes Jahr neue Klamotten, eben immer billiger werden, weil sie keiner mehr kauft.